BDSM und psychische Störungen – gibt es da einen Zusammenhang?
Diese Frage würden die meisten Stinos ohne Zögern sicher gerne mit Ja beantworten. Vom psychologischem respektiv psychiatrischem Standpunkt aus gesehen ist dem jedoch nicht so.
Zitat Wikipedia: “Es existieren nur wenige Studien, die psychologische Aspekte des Themas BDSM unter Berücksichtung moderner wissenschaftlicher Standards betrachten. Eine zentrale Untersuchung zu dem Thema stammt von dem US-amerikanischen Sexualwissenschaftler Charles Moser und wurde 1988 im Journal of Social Work and Human Sexuality[15] veröffentlicht. Er kommt zu dem Schluss, dass es generell an Daten über die psychologischen Probleme von BDSM-Anhängern fehlt, sich aber dennoch einige grundsätzliche Tatsachen herauskristallisieren. Er betont, dass es keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass BDSM-Anhänger gemeinsame Symptome oder irgendeine gemeinsame Psychopathologie haben und auch aus der klinischen Literatur kein konsistentes Bild von BDSM-Anhängern hervorgegangen ist. Moser weist darauf hin, dass nicht nachgewiesen werden kann, dass BDSM-Anhänger überhaupt irgendwelche besonderen psychiatrischen oder gar auf ihren Vorlieben beruhenden, spezifisch nur bei ihnen auftretende Probleme haben, die im direkten Zusammenhang mit ihrer Orientierung stehen.”
http://de.wikipedia.org/wiki/BDSM#Psychologische_Einordnung
Es scheint also unter BDSMlern nicht mehr oder weniger Menschen mit psychischen Problemen zu geben als in der allgemeinen Gesellschaft. Wobei diese Anzahl wiederum nicht zu unterschätzen ist, die Arbeitsausfälle, die durch psychsische Erkrankungen bedingt sind, befinden sich seit Jahren in einem steten Aufwärtstrend. Wobei das immer wiederkehrende Hauptmotiv Stess heißt.
BSMler können sich jedoch noch zusätzlichem Stress aussetzen. Menschen, die z. Bsp. Schwierigkeiten haben ihre “ausgefallenen” Neigungen zu akzeptieren, werden noch anfälliger für Stress. Manche, die in einer Vanillebeziehung leben und eine Art Doppelleben führen um ihre sexuelle Neigungen ausleben zu können, sind auch betroffen. Es gibt auch viele die mit dem Konzept “Spielbeziehung” nicht klarkommen und dadurch in Existenzängste geraten. BDSM ist mit heftigen Emotionen verbunden und manchmal können diese Emotionen verdrängte Erinnerungen oder nicht verarbeitete Konflikte wieder zu Tage fördern (wie z. Bsp. Mißbrauch in der Kindheit, Vergewaltigung, etc….).
Eine detaillierte Auseindandersetzung mit dem Thema findet man bei datenschlag.org .
http://www.datenschlag.org/txt/moser.html
Begeben BDSMler sich in Therapie zeichnet sich das nächste Problem ab: kann er sich seinem Therapeuten gegenüber als BDSM-Anhänger outen? Leider sind nicht alle Therapeuten aufgeschlossen, einige werden sogar die Hauptursache der Störung bei der sexuellen Veranlagung suchen , obwohl seit DSM IV ( das 1994 erschienene Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders ) die Kriterien viel differenzierter geworden sind und BDSM an sich nicht mehr als eine Störung der sexuellen Präferenz angesehen wird. Doch auch unter Therapeuten gibt es leider immer noch ewig Gestrige und Anhänger konservativerer Strömungen.
Mittlerweile gibt es im Internet eine ganze Reihe sehr hilfreicher Sites die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen sowie Rat und Hilfe anbieten.
Erwähnt sei z. Bsp hier maydaySM.

April 14, 2011 um 10:42 vormittags
Dankesehr. Der Artikel war ganz hilfreich. Liebe Grüße Anna